Ein großes Feuerwehraufgebot stand rings um die Michel-Buck-Schule und löschte einen fiktiven Brand. Die Feuerwehrleute waren noch ganz jung: Es fand nämlich die gemeinsame Schauübung der Jugendfeuerwehren Ostrach, Illmensee, Bad Saulgau, Hohentengen, Mengen Sigmaringendorf und Herbertingen statt. Die Jugendfeuerwehrleute waren zwischen zehn und 16 Jahre alt. Jede Gruppe stellte sieben Feuerwehrleute – Mädels wie Jungs – und zwei Begleiter.
Die Feuerwehr Herbertingen richtete die Schauübung aus, weil ihre Jugendfeuerwehr in diesem Jahr den 20. Geburtstag feiert. Die Herbertinger Feuerwehrleute hatten die Bürger zum „Tag der Sicherheit“ eingeladen.
Viele Bürger standen auf dem Gelände der Alemannenhalle und schauten der Großübung zu. Alarm ging runter, die Feuerwehren waren schnell zur Stelle. „Die Schule brennt, alle Schüler sind raus, außer zwölf, die in einem Klassenzimmer eingesperrt sind, gerettet und betreut werden müssen. So lautet die Situation, die Aufgabe“, erklärte der stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwart Daniel Stuwe.
Alles ging sehr schnell: Mit einer Leiter verschafften sich sie Feuerwehrleute Zugang zu den Schülern, holten sie aus dem Klassenzimmer und übergaben sie dem Deutschen Roten Kreuz, das wie im Ernstfall auch zur Stelle war.
Die Hohentengener Kameraden legten die Wasserschläuche und schlossen sie an die Hydranten an, die Herbertinger Feuerwehrleute konnten sofort mit der Brandbekämpfung beginnen. Mit Wonne spritzten sie das Wasser auf die Schule. Die Truppen aus Ostrach und Sigmaringendorf legten weitere Schläuche zum nahe gelegenen Krähenbach, um die Mengener Feuerwehrleute mit Wasser zu versorgen und das Hydrantennetz zu entlasten.
Die Saulgauer waren mit der Drehleiter angerückt und bekämpften den Brand von Oben. Mit viel Kraft und Energie bekämpften die jungen Feuerwehrleute den Brand. Es wurde deutlich, die Nachwuchsarbeit läuft in den Vereinen auf Hochtouren, die jungen Feuerwehrleute werden bestens ausgebildet und sind mit viel Begeisterung und Engagement dabei. Die nächste Generation ehrenamtlicher Feuerwehrleute wird gesichert. Es machte der Jugend sichtlich Spaß, so viele Zuschauer zu haben.
Am Himmel zogen sich dunkle Wolken zusammen, es rückte ein Gewitter an. Schon zerrissen die ersten Blitze den Himmel, die Kanzel der Drehleiter zeichnete sich auf dem dunklen Hintergrund ab. Unerschrocken bekämpften die jungen Feuerwehrleute den Brand weiter. Irgendwann begann es zu regnen, die große Übung wurde beendet.
Die geretteten Kinder waren dem DRK übergeben worden. „Weil sie nicht verletzt waren, aber psychisch betreut werden mussten, wurden sie – wie im Ernstfall – der Notfallseelsorge übergeben“, berichtete Mario Rilli, Kreisbereitschaftsleiter. Dort wurden sie von Pfarrer Edwin Müller und seinem Team betreut. Sie kuschelten sich an die zwei große Hunde Sina und Silas, zwei Neufundländer, die bei der Notfallseelsorge eingesetzt werden. „Nicht nur Kinder sondern auch Erwachsene lassen sich von Schutz und Wärme, die von großen Hunden ausgehen, beruhigen. Wo Worte nicht mehr oder noch nicht helfen, da sind Sina und Silas die richtigen Helfer“, erklärte Pfarrer Müller.
(Erschienen: 07.05.2012 16:35 auf schwaebische.de)
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